Herrschaften, Ländereien und die amerikanische Armee
Vom zweiten Weltkrieg bis zum heutigen Schlosshotel Mondsee
Die weiträumigen Schlossbesitzungen bilden einen eigenen Kosmos in Mondsee: Ausgedehnte Felder und werden von hier bewirtschaftet – vom Irrsee bis hinauf zur Eisenau – dazu Gemüse- und Kräutergärten, überall sind Mägde und Knechte bei der Arbeit. Im Schloss selbst ist das Leben zweigeteilt: Der vordere Teil mit seinem gepflegten Schlosshof wird von den Almeidas und ihren hohen Gästen bewohnt, im Flügel des heutigen Hotels befindet sich ein
großer Weinkeller und die Meierei. Fast rund um die Uhr wird hier gekocht, gebacken, gebuttert, eingemacht, aus den Fenstern duftet es herzhaft. In der Mitte des Wirtschaftsgebäudes biegt sich ein riesiger Tisch unter der Last einfacher, aber schmackhafter Kost der Meierin – eine Art Kantine für die vielen Bediensteten.
Aus einem anderen Gebäude, dem heutigen Rathaus, ist lautes Hämmern zu hören – der Hofschmied und sein Gesinde kümmern sich um die vielen Pferde, untergebracht in den ausgedehnten Stallungen am Ende des heutigen Parkplatzes. Die zwei feinen Kutschen der Herrschaft – eine davon in schwarz, für Beerdigungen – und die Leiterwagen stehen in einer großen, überdachten Remise. Dazwischen jede Menge Hunde, Katzen, Hühner – und natürlich die vielen spielenden Kinder. Häufig dabei: die jungen Almeidas, allerdings standesgemäß angezogen und immer adrett, wie sich Gritzky erinnert. Während die Kinder noch gemeinsam spielen, besteht zwischen den Almeidas und der Mondseer Bevölkerung eine unsichtbare Barriere. Die prachtvollen Räume im vorderen Schlossteil sind Tabu, lediglich sonntags, nach der Messe, werden honorige Bürger und – natürlich – auch der Pfarrer auf eine Tasse Kaffee in die Salons gebeten.
Leidenschaft und sehr viel Geld: Dank KR Hans Asamer wird das Schloss renoviert
2014 geht das Schlosshotel Mondsee dann mitunter an die heutigen Chefs des Hauses: Hanni Schweighofer und Gerald Kienesberger. Auch seit dem hat sich wieder Vieles getan. Das Hotel beherbergt zwei Restaurants, eine Bar, den 2023 teils neu renovierten Monasterium SPA, 58 Zimmer und zudem 6 exklusive Suiten mit den klingenden Namen Almeida, Odilo, Fürstin Wrede, Benedikt, Tassilo und Mondsee. Sie sehen schon, auch hier ist die Geschichte allgegenwärtig.
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